Ganzheitliche Kieferorthopädie


Damit Kinder sich optimal entwickeln können

Das biologische System „Mensch” besteht aus vielen Teilsystemen. Sie alle sind miteinander vernetzt und stehen untereinander in Wechselbeziehungen. Vor allem der Mundraum ist so intensiv wie kaum ein anderes Teilsystem mit dem übrigen Organismus verbunden – und zwar sowohl was seine Struktur angeht als auch in Bezug auf seine Funktionen.

Diese Beziehung begleitet jeden von uns unser ganzes Leben lang. Besonders bedeutsam ist dies aber für Kinder, wenn sie wachsen und sich Zähne, Kiefer und der gesamte Organismus ordnen und systematisch einspielen. Deshalb ist dies oft der richtige Zeitpunkt, um bei eventuellen Fehlentwicklungen frühzeitig Einfluss zu nehmen. Und zwar nicht nur mit Blick auf die Zähne als solche, sondern für das einzelne Kind als Gesamtsystem „Mensch“.


Der Mund als Spiegelbild des Menschen

Reizüberflutung, stark veränderte Essens- und Lebensgewohnheiten, das soziale Umfeld und nicht zu vergessen auch unsere immer mehr belastete Umwelt nehmen Einfluss auf die Entwicklung unserer Kinder. So ist es nicht verwunderlich, dass heute fast jedes Kind kieferorthopädische Behandlung benötigt. Denn der Mundraum ist sozusagen ein Spiegelbild der gesamten Entwicklung des einzelnen Menschen. Einseitigkeiten der Entwicklung in der Form und der funktionellen Betätigung (Kauen, Sprechen, Schlucken) sind sichtbar und lassen somit frühzeitig Rückschlüsse auf Fehlentwicklungen im gesamten Organismus zu.


Systemische Kieferorthopädie: den ganzen Mensch im Blick

Aktuelle Gesundheitslehren bestätigen, was die Erfahrung schon lange festgestellt hat: Wie sich der Mundraum und wie sich das gesamte Kind entwickelt, stehen in engem Zusammenhang und bedingen einander. Das bedeutet: Die körperliche und geistig-emotionale Entwicklung eines Kindes ist eng verbunden mit der Entwicklung des Mundraumes. Hier setzt die systemische Kieferorthopädie an. Sie geht zunåchst den tieferliegenden Ursachen auf die Spur und schlägt auf dieser Basis differenzierte Therapieansätze vor.
Wichtig dabei ist, dass die systemische Kieferorthopädie die Wechselwirkungen von Mundraumentwicklung und körperlichen Symptomen berücksichtigt. Zahn- und Kieferfehlstellungen bedeuten nämlich weit mehr als ein paar schiefe Zähne.


Kieferorthopädie fördert die Entwicklung

Entsprechend kann die systemische Kieferorthopädie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Wachstumsblockaden erkannt und gelöst werden. Ein Kiefer, in dem die Zähne genug Platz haben, gut stehen und gesund sind, kann sich ungestört entfalten. Das fördert das Atmen
durch die Nase und damit die Sauerstoffversorgung von Gehirn und Muskeln und auch das Immunsystem wird gestärkt. Das Kind wird weniger oft krank, hat mehr Spaß, sich zu bewegen, kann besser schlafen, sich besser konzentriere und besser lernen.
Die ganzheitliche Kieferorthopädie behandelt daher nicht ausschließlich dieZähne, sondern das gesamte Kind. Ihr Ziel ist es, über den Mund die Harmonisierung der Körperfunktionen wiederherzustellen und die Entwicklung des Kindes auf natürliche Art und Weise zu fördern.
Und dies in aller Regel, ohne dass bleibende Zähne gezogen werden müssen.


Behandlung rechtzeitig beginnen

Die Stellung der Zähne ist ganz wichtig für die gesunde Entwicklung des Kindes. Fehlstellungen sollten deshalb so früh wie möglich beobachtet und falls nötig behandelt werden. In der herkömmlichen Kieferorthopädie wird mit der Behandlung oft erst begonnen, wenn alle bleibenden
Zähne da sind. Stehen dann die Zähne zu eng beieinander, werden oft gesunde Zähne gezogen. Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich, mit der Kieferbehandlung bereits während der Hauptwachstumsphase des Kindes zu beginnen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, die alle eines gemeinsam haben: Der Kiefer soll optimal wachsen, die bleibenden Zähne sollen erhalten werden. Dann können Kinder nicht nur besser kauen, sondern spüren auch einen positiven Einfluss bei Körperhaltung und Bewegung, beim Sprechen und beim Lernen. Entsprechend beginnt die ganzheitliche Kieferorthopädie meist bei 9- bis 10-jährigen Kindern mit der Behandlung, teilweise auch schon im Vorschulalter. Ziel ist es, die Kiefer mit wachstumsfördernden und -begleitenden, meist herausnehmbaren Apparaturen sanft zu vergrößern und so Platz für alle Zähne zu schaffen. Inzwischen gibt es auch „sanfte“ festsitzende Spangen, die zum Einsatz kommen können. Ziel ist, dass möglichst keine gesunden Zähne entfernt werden müssen und der Mundraum sich optimal entwickelt.


Selbstheilungskräfte statt Kraft von außen

Noch ein wichtiger Unterschied: Bei herkömmlichen kieferorthopädischen Apparaturen werden die Zähne durch Kräfte von außen aktiv bewegt. Im Unterschied dazu schaffen die funktionell wirkenden Geräte der ganzheitlichen Kieferorthopädie (wie Bionator, Mundvorhoftrainer, Funktionsregler, Gebissformer oder diverse Aktivatoren) günstige Bedingungen, bei denen die regulierenden Kräfte der Selbstheilung in Gang gesetzt werden. Die Mundbewegungen werden durch Bewegungs- und Berührungsreize aktiviert und gesteuert. So werden eine Erweiterung des Mundraums sowie eine gewünschte Neuorientierung den Zahnreihen und der Bisslage erreicht. Welches Gerät bei der Kieferbehandlung zum Einsatz kommt, richtet sich vor allem danach, welche Fehlentwicklungen in welcher Ausprägung diagnostiziert wurden. Stellvertretend sei hier ein Beispiel näher erwähnt: der Bionator.


Der Bionator: ein Turngerät für den Mund

Der Bionator setzt auf Stimulation, Förderung und Steuerung von Wachstum und Entwicklung der Kiefer und Zahnreihen. Das zierliche Gerät wird lose im Mund getragen. Es bewegt keinen Zahn aktiv, sondern korrigiert und schult alle Mundbewegungen. Damit unterstützt ein Bionator das Kind u. a. dabei, richtig zu schlucken und zu atmen, besser zu kauen und zu sprechen. Schädliche und krankmachende Gewohnheiten werden verlernt, bevor sie die gesunde Entwicklung stören können. Gleichzeitig hat dieses funktionell wirkende Trainingsgerät positive Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung des Kindes. Der Bionator hilft:

  • Kiefer-, Kopf- und Körperhaltung zu verbessern
  • die Wirbelsäule aufzurichten
  • die Muskulatur zu harmonisieren und zu entspannen
  • Verdauung und Stoffwechsel zu aktivieren
  • Lymphabfluss und Immunabwehr zu aktivieren
  • das Atmen durch die Nase zu fördern
  • die Mund- und Gesichtsästhetik zu verbessern
  • das Verhalten positiv zu beeinflussen (z. B. Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen)

 

Ganzheitliche Therapie bedeutet Kooperation

Um einen dauerhaften Erfolg zu gewährleisten, ist es häufig notwendig, die kieferorthopädische Behandlung in ein ganzheitliches medizinisches Konzept einzubinden, als gemeinsame Leistung von Zahnärzten, Ärzten und Co-Therapeuten. Dazu kann z. B. gehören:

  • Kraniosakral-Therapie, Osteopathie und andere manuelle Techniken helfen, Blockierungen zu lösen und die Beweglichkeit aller Gelenke wiederherzustellen.
  • Myofunktionelle Therapie und mund- und körpermotorische Übungen nach Padovan: Durch ihre Anwendung werden fehlerhafte Funktionen und Gewohnheiten im Mund-Gesichtsbereich (besonders Mundatmung, falsches Schlucken, Sprachfehler) beseitigt und eine gesunde Balance erzielt.
  • Eine homöopathische Begleittherapie unterstützt die Wachstums- und Formungskräfte: Sie fördert den jungen Patienten in seiner körperlichen, geistigen und seelischen Reifung. Aber auch Lymphtherapie, Atem-, Stimm- und Sprechtherapie, Logopädie, Hals-Nasen-Ohren-Abklärung, Okkulometrie, Orthopädie, Physiotherapie oder Ernährungslenkung können Teil des gesamtmedizinischen Konzeptes sein – je nachdem, wo der Bedarf des Kindes liegt und welche Methode den größten Erfolg verspricht.

Ein ganzheitlich orientierter Zahnarzt arbeitet daher in aller Regel mit Spezialisten anderer medizinischer Fachrichtungen in einem Netzwerk zusammen, die er bei Bedarf in das Therapiekonzept einbinden kann.


Die Gesundheit Ihres Kindes ist Ihnen wichtig. Uns auch!

Bestimmt haben Sie weitergehende Fragen zum Thema Mundraum- und Entwicklungsförderung durch systemische Kieferorthopädie. Ihr ganzheitlich orientierter und kieferorthopädisch tätiger Zahnarzt oder Kieferorthopäde nimmt sich Zeit für Sie, um Ihnen alles, was Sie wissen möchten, ausführlich zu erklären und Sie und Ihr Kind individuell zu beraten.

Sprechen wir darüber!